Die Sache mit der Histaminintoleranz

Rotwein

Die schlechte Nachricht zuerst: Histamin ist in fast jedem Nahrungsmittel vorhanden – ob wir wollen oder nicht. Während aber die meisten Menschen genug des Enzyms  Diaminoxidase (DAO) produzieren, um das zu sich genommene Histamin problemlos abzubauen, ist im Körper von Personen mit Histaminintoleranz eben dieses Enzym nicht ausreichend vorhanden. Mit Folgen, die sich im ersten Moment nicht gut einordnen lassen können. Denn die  Symptome von Histaminintoleranz sind so vielseitig, dass vor allem dieser Fakt die Diagnose so schwierig macht. Sie reichen von heuschnupfen-ähnlichen Symptomen über Magen- und Darmbeschwerden und Hautproblemen bis hin zu psychischen Symptomen wie Depressionen und Abgeschlagenheit.

Ich für meinen Teil kann sagen, dass mir die Diagnose Histaminintoleranz an sich schon sehr viel weitergeholfen hat. Denn plötzlich ergab alles einen Sinn. Ich hatte keine Herzproblem, keine Depressionen und die ständige Müdigkeit war eben nicht nur Faulheit. Alles lag rein am Essen – was ich nach einer radikalen Ernährungsumstellung sehr schnell merkte. Wenn heute die Symptome auftreten, dann weiß ich, dass es „nichts ernstes“ ist – und das beruhigt ungemein.

Zum Glück kann ich auch von mir sagen, dass ich nur mit wenigen direkten Symptomen der Histaminintoleranz zu kämpfen habe – im Gegensatz zu vielen anderen Betroffenen, mit denen ich geredet habe. Einige haben wirklich ernsthafte Probleme mit ihrem Essensplan – wohingegen ich auch mal sündigen darf ohne zu sehr zu leiden.

Womit wir auch gleich bei der nächsten Problematik der Histaminintoleranz sind – denn jeder verträgt unterschiedliche Lebensmittel in unterschiedlichen Mengen. Und das macht das Ganze so schwierig. Selbst bei mir selbst merke ich Schwankungen. Und was ich gestern noch essen konnte, verursacht heute Probleme. Es sollte also jeder Betroffene vorsichtig testen, was er verträgt und was nicht. Rezepte mit Joghurt werdet Ihr hier zum Beispiel nie finden und auch mit Hefe stehe ich auf Kriegsfuß. Auf „künstliche Würzmittel“ verzichte ich komplett, arbeite stattdessen mit Kräutern und Gewürzen und meinem selbstgemachten Salzgemüse. Und manchmal kann man mit Histaminintoleranz ziemlich überraschende Erfahrungen machen. So vertrage ich zum  Beispiel gekaufte Tomaten relativ gut – auch in passierter Form, weshalb es hier auch öfter Rezepte damit gibt – allerdings brauche ich die Tomaten frisch vom Strauch im elterlichen Garten gar nicht erst zu probieren, weil ich weiß, die machen Ärger. Oft hängt die Verträglichkeit auch stark davon ab, was man sonst noch so gegessen hat, d.h. wie viel Histamin wurde schon mit der Nahrung aufgenommen.

Also ich empfehle jedem Betroffenen immer genau bei Rezepten zu prüfen, ob eine Zutat vertragen wird und ob und wie man sie ggf. ersetzen kann. Bei HI kann man einfach nicht alle über einen Kamm scheren und keine allgemeingültigen Hinweise geben.

Tabletten

Noch ein Hinweis zum auswärts-essen. Mit dem Medikament DAOsin gibt es hier ein gutes Hilfsmittel, dass ich immer nutze, wenn ich nicht 100%ig prüfen kann, dass das Essen auch histaminarm zubereitet wird. Meistens ist ja Essen im Restaurant mit einem gemütlichen Beisammensein mit Freunden und Familie verbunden – und ich finde solche tolle Zeiten sollte man sich nicht unbedingt mit ständigem Prüfen des Essens und seiner Zutaten versauen. Es ist zwar kein Freibrief und man sollte trotzdem das Essen mit Bedacht auswählen – aber es erleichtert die Sache ungemein.

Gerne dürft Ihr hier auch Eure Meinungen, Erfahrungen und Geschichten hinterlassen. Sie sind jederzeit herzlich willkommen, genauso wie Tipps und Tricks zur Ernährung bei Histaminintoleranz. Denn – wie ich schon geschrieben habe – HI ist absolut subjektiv, deshalb ist es für „Neulinge“ sicher hilfreich, die Erfahrungen von verschiedenen Personen zu lesen.

Ebenfalls auf der Speisekarte...

2 comments

  1. Liebe Katja! Ich bin so froh in deinem Blog gelandet zu sein. Meine Histaminintoleranz wurde schon vor längerer Zeit festgestellt. Bis jetzt kam ich damit auch gut zurecht. Doch vor einiger Zeit bekam ich leichte Depressionen, die natürlich vom Arzt mit Medikamenten behandelt wird. Ich war danach noch müder und antriebsloser. Also bekam ich andere Medikamente. Doch meine Müdigkeit, die Antriebslosigkeit und der Nebel im Kopf blieben. Kein Arzt sagte mir, dass dies auch von der HI kommen kann. Meine Müdigkeit ist jedem ein Rätsel. Nachdem ich jetzt deinen Bericht gelesen habe, habe ich echt Hoffnung. Bin also nicht faul! Da ich die Antideppresiva nicht mehr nehmen will, weil ich mich selbst nicht mehr spüre,will mein Hausarzt mir im Frühjahr helfen von den AD wegzukommen. Da ich die Med. auch am Gewicht merke möchte ich mit der Los Caro Ernährung beginnen. Bin neugierig ob ich auch so gute Erfahrungen wie du mache. Puh, das würde jetzt etwas umfangreich! Wollt mich eigentlich nur für deine Berichte bedanken und dir sagen wie dankbar ich dafür bin. Also: hier nochmal ein Garant groooßes DANKE!!! Mit ♥ -lichen Gruß Dagmar!

    1. Hallo liebe Dagmar,

      erst einmal vielen Dank für Deine lieben Worte.

      Das mit den Depressionen, Müdigkeit und der Antriebslosigkeit kenne ich auch nur zu gut. Und sie sind auch heute noch ein guter Maßstab für mich um zu sehen, wann ich es mal wieder mit den Kohlenhydraten übertrieben habe – denn diese Symptome kommen bei mir als erstes wieder. Dann kann ich schnell wieder „kürzer treten“ und nach einem Tag ist alles wieder in Ordnung.
      Ich kann Dir aus meiner Erfahrung heraus nur empfehlen, Low Carb einmal zu probieren. Bei mir hat es wunderbar gegen Müdigkeit und Co. geholfen. Ich mache heute Dinge, die vor meiner Ernährungsumstellung noch undenkbar gewesen wären. Und 10 Kg habe ich nebenbei auch noch abgenommen. Ohne Hungern und fast ohne Sport.
      Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wieder von Dir zu hören, auch wie es Dir mit Low Carb ergeht. Ich drück Dir die Daumen, dass es auch so gut anschlägt wie bei mir.

      Liebe Grüße
      Kathleen

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