Das Low Carb Kochbuch – Buchrezension

GU Low Carb

So langsam werden die Tage wieder kürzer und damit ist endlich wieder Zeit es sich Abends richtig schön kuschlig zu machen und zu lesen oder – wie in meinem Fall – in verschiedenen Kochbüchern zu schmökern. Ich muss dabei zugeben, dass ich ich leicht bis mittelschwer Kochbuchsüchtig bin und mehr Kochbücher besitze als ich eigentlich wirklich benötige. Aber da ich nach meiner Ernährungsumstellung doch einiges aussortieren konnte, hab ich zum Glück immer wieder Platz für ein neues Buch. Und so will ich auch – wie schon angekündigt – wieder anfangen, Euch hier das eine oder andere vorzustellen. Den Anfang macht GU – Das Low Carb Kochbuch.

Es war eines meiner ersten Kochbücher zum Thema Low Carb, weil ich dachte, man kann damit nicht viel falsch machen. Außerdem beeindruckt das Buch mit seinen tollen Fotos, so dass ich es einfach mit nehmen musste. Mit einiger Erfahrung muss ich jetzt allerdings sagen, dass das Buch kein Buch für Anfänger ist, denn es gibt doch den ein oder anderen Stolperstein. Dazu aber später mehr.

Wie schon geschrieben, das Buch beeindruckt vor allem durch seine leckeren Fotos, die einen dazu verleiten, sofort alles nach kochen zu wollen. Auch die Struktur ist sehr übersichtlich. Am Anfang finden sich die obligatorischen Informationen zum Thema Low-Carb allgemein. Die Informationen sind dabei sehr gut präsentiert und verständlich. Und es wird auch sofort versucht, die Angst vor Fett zu nehmen – für mich eine der wichtigsten Punkte um eine Low Carb Ernährung erfolgreich zu machen. GU verzichtet aber nicht komplett auf alle Kohlenhydrate, sondern will den Leser eher in Richtung „Vollkorn in Maßen“ erziehen. Genau da sehe ich auch die Schwierigkeit, denn wie soll jemand der sich noch nie mit Low Carb beschäftigt hat klar sehen. So wird weiter Brot und Co konsumiert und es ändert sich womöglich gar nichts. Ich finde, eine Empfehlung für Mehl (egal welcher Art), Wildreis und Co. haben in einem Low Carb  Kochbuch nichts zu suchen. Es gibt so viele leckere Alternativen, die dem Leser überhaupt nicht vorgestellt werden. Hier besteht also durchaus noch Verbesserungsbedarf.

Dann starten aber auch schon die Rezepte. Beginnend mit dem Frühstück und Snacks. Hier gibt es leider gleich zu Beginn sehr viele Milchprodukte, belegte Schnittchen und Rezepte mit um die 40g KH. Dafür nur ein einziges Rührei-Rezept. Wer gleich so in den Tag startet, muss sich nicht wundern, wenn es nicht klappt. Bei den Snacks wird es dann zum Glück besser, auch wenn GU sehr viel auf Hülsenfrüchte setzt. Aber Hähnchennuggets mit Joghurtsauce, Lammspieße und gefüllte Champignons machen doch dann richtig Spaß.

Als nächste Kategorie kommen die Salate. Eine meiner Lieblings-Kategorien, denn hier finden sich wirklich sehr leckere und auch exotische Rezepte. Auch die Dressings lassen die Fantasie nur so sprudeln Diese Rezepte sind absolut gelungen.

Auch die Suppen und Eintöpfe hören sich sehr lecker an. Leider kommen hier wieder Pumpernickel, Bulgur und Vollkornnudeln zum Einsatz, aber die Involtini-Suppe, Rote Kohlsuppe mit Steakstreifen und die Rosenkohl-Cremesuppe kommen demnächst wohl hier auf den Tisch.

Gefolgt wird das Ganze von Beilagen und Vegetarischem und ich finden, mit Gemüse kann man nie was falsch machen. Die Gebackene Rote Bete, Gratinierten Tomaten mit Spinat-Ricotta-Füllung und das Blumenkohl-Gratin haben mein Herz im Sturm erobert. Leider gibt es auch in dieser Kategorie wieder Reis und Nudel-Rezepte zu finden. Und auch jede Menge Hülsenfrüchte, statt auf kohlenhydratarmes Gemüse zu setzen.

Die Kategorie Eierspeisen & Aufläufe ist dann genau das, auf das die Low Carber gewartet haben. Leider gibt es nur eine Doppelseite mit Omelett / Rührei, auf der nächsten Seite wird der Genuss dann schon wieder um kohlenhydrathaltige Hülsenfrüchte erhöht. Die Aufläufe sind dafür schon wieder interessante. Viel mit Lachs und grünem Gemüse. Genau so, wie es sein soll. Überbackener Spitzkohl mit Tartar und Kohlröschenauflauf mit Steaks hören sich doch nicht schlecht an, oder?

Weiter geht es mit Fisch-Rezepte, die alle wirklich lecker und endlich auch mal richtig Low Carb sind (unter 10g KH). Dabei wird es aber nicht langweilig, wie Lachssteak in Senfkruste, Kabeljau in Mandelkruste, Thunfischwürfel mit Auberginenscheiben und Seelachs im Chinakohlbett beweisen. Oder wie wäre es mal mit Seeteufel in scharfer Kokossauce?

Auch Geflügel und Fleisch werden kohlenhydratarm angeboten. Und Currykraut mit Putenstreifen, Pfannengerührte Entenbrust mit Rosenkohl, Rinderfilets mit Chicoree und Schmortopf vom Hirschgulasch mit Pilzen laden doch nun wirklich zum Kochen ein .

Und damit kommen wir zu den beiden letzten Kategorien „Süßes“ und „Gebäck“. Diese sind wohl die schwierigsten Themen bei einer Low Carb Ernährung. Und wir am Anfang schon geschrieben wird hier leider nicht auf Nuss-Mehle und Co hingewiesen, sondern fleißig mit Mehl, Honig und gar Rohrzucker hantiert. Hier hätte ich mir auf jeden Fall mehr erwartet, denn diese Rezepte muss ich leider komplett aus meinem Ernährungsplan ausschließen.

Alles in allem muss ich sagen, sehe ich dieses Buch mit gemischten Gefühlen. Ja, es sind viele sehr leckere und „brauchbare“ Rezepte dabei. Wer allerdings mit Low Carb startet und an dieses Buch gerät, der wird den Ausstieg aus den Kohlenhydraten sicher nicht schaffen. Wie schon bei fast allen Histanminarm-Kochbüchern, die ich rezensiert habe, gilt auch hier: Es gibt eine Menge unvollständiger und fehlender Informationen. Wer sich allerdings schon etwas mit dem Thema Low Carb beschäftigt und seinen Weg darin gefunden hat, dem kann ich das Buch nur ans Herz legen.


Ebenfalls auf der Speisekarte...

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