Start ins Unbekannte – Mein erster Sauerteig

Sauerteig

Selbst Brot backen ist zur Zeit in aller Munde. Und der Bread Baking Day beweißt bereits zum 73. Mal, dass Brotbacken beliebt ist wie nie. Tja, und auch ich konnte mich dem leider nicht mehr entziehen.

Mein Hauptproblem: Ich stehe mit Hefe auf Kriegsfuß. Brote die direkt nur mit Hefe gebacken werden sind also total tabu. Bisher habe ich dadurch immer auf Brote mit Backpulver zurück gegriffen, allerdings erreichen die nie diese „Fluffigkeit“ wie ich sie so sehr an Brot liebe.

Was also machen? Mit Hilfe des Buches „Brot backen – Traditionelles aus dem Holzbackofen„* vom Ulmer Verlag, dass ich in den Tiefen von Papas Kochbuchregal entdeckt habe, habe ich mich einfach mal daran gemacht, selbst einen Sauerteig anzusetzen.


Also Ärmel hoch gekrempelt und ran an die Aufgabe – und irgendwie hat es wirklich gut geklappt. „Bernd“ lebt jetzt schon seit 6 Wochen fröhlich in meinem Kühlschrank vor sich hin und freut sich jedes Mal, wenn ich ihm was zu futtern gebe. Das eine oder andere Brot hat er auch schon hervor gebracht – die Rezepte gibt es dann demnächst. Heute gibt es hier einfach mal meine kleine Anleitung, wie ich den Sauerteig angesetzt habe.


Tag 1
100g Dinkelmehl und 100 ml lauwarmes Wasser in einer Schüssel verrühren. Das Gemisch muss nun zugedeckt 24 Stunden an einem warmen Ort (ca 30°C) gehen. In dieser Zeit vermehren sich die im Teig enthaltenen Milchsäurebakterien. Ich habe dafür ein Brett auf einem Heizkörper befestigt und den Teig darauf stehen lassen. Das hat gut geklappt.
Tag 1 Sauerteig

Tag 2
Heute werden nochmals 100g Dinkelmehl und 100ml lauwarmes Wasser zugegeben und untergerührt. Jetzt muss der Sauerteig wieder 24 Stunden – diesmal bei etwa 25°C Raumtemperatur gehen. Nun entsteht die Essigsäure und das Aroma entwickelt sich. Dies kann man deutlich riechen, so dass ich teilweise nicht mehr sicher war, ob der Sauerteig sich wirklich so entwickelt wie er soll oder doch verdorben ist. Aber keine Sorge, solange der Sauerteig nicht offensichtlich Schimmel entwickelt, sollte er in Ordnung sein.

Tag 2 Sauerteig

Tag 3
Zum Schluss gibt’s für den Sauerteig nochmal eine richtige Fütterung. Heute gibt es die doppelte Menge – also 200g Dinkelmehl und 200 ml lauwarmes Wasser. Alles gut unterrühren und nun muss der Teig weitere 24 Stunden gehen. Jetzt gärt der Teig und optimiert sich. Der etwas strenge Geruch bleibt weiter, wird aber mehr und mehr zum angenehmen Geruch von Sauerteig. Das ist dann ein gutes Zeichen dafür, dass es geklappt hat.

Tag 3 Sauerteig

Tag 4
Euer Sauerteig ist fertig und kann nun zu Brot, Brötchen etc verbacken werden. Den Rest einfach in einem Schraubglas im kühlen Keller oder im Kühlschrank aufbewahren. Dabei muss der Sauerteig allerdings regelmäßig gefüttert werden, damit er nicht kaputt geht.

Wenn Ihr eine längere Backpause einlegt – etwa über den Sommer – dann könnt Ihr den Sauerteig auch einfrieren. Durch die Zugabe von Wärme, Wasser, Luft und etwas Dinkelmehl wird er dann später wieder aktiviert und kann dann wieder ganz normal weiter verwendet werden.

Also traut Euch doch einfach mal, selbst einen Sauerteig anzusetzen.


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