Thüringer Rostbrätl

Thüringer Rostbrätl
Manche Rezepte begleiten einen für ein ganzes Leben. Was wir als Kinder lieben – das wird uns auch als Erwachsene nicht los lassen. Und so ist es kein Wunder, dass die Aktion „Lecker für jeden Tag“ am heutigen Sonntag nach Familienrezepten sucht. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, bis mir Thüringer Rostbrätl einfielen. Diese gibt es in meiner Heimat Thüringen nicht nur an jedem Imbiss zu kaufen, auch bei uns zuhause kamen Rostbrätl regelmäßig auf den Tisch. Meistens war dies am Samstag Abend der Fall. Kein Wunder also, dass mich bereits der Duft in die Kindheit versetzt. Dann sehe ich mich – frisch gebadet, in Schlafanzug und Bademantel und natürlich hungrig. Denn die Rostbrätl kann man nicht nur auf dem Rost – aka Holzofengrill – zubereiten, sondern auch sehr gut in der Pfanne. Und so gab es sie bei uns auch traditionell.

Meistens wurde das Ganze auf einer Scheibe Brot serviert, das von dem Saft des Fleisches und der Zwiebeln durchtränkt war und einfach nur herrlich schmeckte. Dieses habe ich allerdings heute wegen Low Carb weg gelassen. Stattdessen gab es einen Salat dazu. Für das Gute Gewissen wegen der Vitamine. Trotzdem schmeckt das Rezept noch wie Original und auch wenn ich heute nicht mehr in Thüringen wohne, so begleitet mich das Rostbrätl doch und bringt mir immer mal wieder ein Stück Kindheit zurück.

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Thüringer Rostbrätl

Um dem Original-Geschmack so nahe wie möglich zu kommen, habe ich Born-Senf genutzt. Dieser wird in Erfurt hergestellt, ist jedoch leider nicht überall in Deutschland erhältlich. Aber da ich ja sehr oft meine Eltern besuche, bin ich immer auch hier im Schwabenland gut versorgt damit. Wer aber keinen Born-Senf hat, der kann auch einen anderen mittelscharfen Senf (z.B. Bautzner) verwenden.

Wie oben schon geschrieben, kann das Fleisch sowohl auf dem Rost als auch in der (Grill-)Pfanne zubereitet werden. Auf jeden Fall würde ich die Zwiebeln immer separat zubereiten. Die Kammscheiben werden für das Rostbrätel sehr dünn geklopft und brauchen kurz starke Hitze um schön braun und trotzdem nicht trocken zu werden. Wohingegen die Zwiebel gemütlich vor sich hin dünsten dürfen, bis die Bier-Marinade verfolgen ist und die Zwiebeln leicht anbräunen. Wer mag kann dann auch noch einen Schuss Sahne hinzu geben, um die Zwiebeln leichter vom Pfannenboden zu lösen.

Marinade und Zwiebeln

Kamm mit Senf bestrichen

Rostbrätl marininert

Rostbrätel
Nun wünsche ich Euch viel Spaß beim Nachkochen und guten Appetit!

Und wenn Ihr noch mehr tolle Familienrezepte entdecken sollt, dann schaut doch mal bei den anderen Teilnehmern von „Lecker für jeden Tag“ vorbei:

Marie-Louise von Küchenliebelei: Hering in Sahnesauce
Ina von Applethree: Geschnetzeltes mit Spätzle
Jill von Kleines Kuliversum: Quetschentaart
Marie von Familie aus Bamberg: Kartoffelkuchen 
Jessi von Jessis Schlemmerkitchen: Hackfleischauflauf
Silke von Blackforestkitchen: Oma Maries Nusskuchen

Thüringer Rostbrätl

Thüringer Rostbrätl

Gericht: Fleischgerichte
Länder & Regionen: Thüringen
Vorbereitungszeit: 15 Minuten
Zubereitungszeit: 30 Minuten
Arbeitszeit: 45 Minuten
Portionen: 2 Personen
Kalorien: 275 kcal
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Zutaten

  • 2 Schweinekammscheiben (ohne Knochen)
  • 2 Gemüsezwiebeln
  • 2 EL mittelscharfer Senf (z.B. Born)
  • 300 ml Bier (Pils)
  • 1-2 EL Worcestersauce*
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz
  • Pfeffer
  • 2 EL Olivenöl

Anleitungen

  1. Am Vortag als erstes die Marinade zusammenrühren. Hierzu Bier, Worcestersauce, die gepresste Knoblauchzehe sowie Salz und Pfeffer miteinander verrühren.

  2. Die Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Halbringe schneiden.

  3. Das Fleisch abwaschen, trocken tupfen und möglichst flach klopfen. Dann werden die Kammscheiben von beiden Seiten mit Senf bestrichen.

  4. Nun in einer hohen Form zuerst eine Schicht Zwibeln geben, darauf eine Kammscheiben, wieder Zwiebeln, die zweite Kammscheibe und zum Schluss noch eine Schicht Zwiebeln.

  5. Nun kommt die Marinade darüber, so dass das Fleisch damit bedeckt ist.

  6. Eine Frischhaltefolie darüber decken und ab damit in den Kühlschrank für mindestens 24 Stunden

  7. Am nächsten Tag zwei Pfannen auf den Herd stellen. In der einen das Olivernöl gut erhitzen und darin die Rostbrätl kurz und möglichst scharf braten. So sind sie außen schön braun, aber immer noch saftig. Alternativ kann das Fleisch auch auf den Grill gegeben werden.

  8. In die zweite Pfanne kommen die Zwiebeln und die Marinade. Diese dünsten nun für ca. 20-30 Minuten vor sich hin, bis die Bier-Marinade verdampf und die Zwiebeln gut durchgedünstet sind. Sie dürfen dabei ruhig etwas anbräunen.

  9. Nun die Rostbrätl zu den Zwiebeln geben, damit sie sich wieder erwärmen und auch etwas vom Zwiebel-Geschmack annehmen.

  10. Alles auf zwei Teller verteile und servieren. Dazu passen ein Salat oder eine Scheibe (Low Carb) Brot

Rezept-Anmerkungen

Bitte die Zeit zum Marinieren mit berücksichtigen - ca 24 Stunden

Nährwertangaben
Thüringer Rostbrätl
Pro Portion
Kalorien 275 davon aus Fett 126
% des Tagesbedarfs*
Fett gesamt 14g 22%
Gesättigte Fette 3g 15%
Cholesterin 90mg 30%
Natrium 238mg 10%
Kalium 601mg 17%
Kohlenhydrate gesamt 5g 2%
Balaststoffe 1g 4%
Zucker 2g
Eiweiß 29g 58%
Vitamin C 4.5%
Calcium 3.8%
Eisen 12.2%
* Durchschnittlicher Tagesbedarf 2000 Kalorien

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8 comments

  1. Hallo liebe Kathleen, als ich die Bilder gerade gesehen habe ist mir das Wasser im Mund zusammen gelaufen. Deinen Rostbrätel krieg ich jetzt nicht mehr aus dem Kopf bis ich ihn gegessen habe. Liebe Grüße Silke

    1. Vielen Dank liebe Silke für das Lob! Und ich wünsche Dir viel Spaß beim Nachkochen! Ich kann Dir sagen, es ist wirklich so lecker wie es aussieht.

      Liebe Grüße

      Kathleen

    1. Hallo liebe Marie,

      Oh ich kann Dir sagen, dass die Zwiebeln das beste an dem Rezept sind. Auf einer Scheibe Brot genossen sind sie so lecker, da tritt das Fleisch echt in den Hintergrund. So können Dein Mann und Du das Rezept genießen.

      Liebe Grüße
      Kathleen

  2. Oh, das sieht aber gut aus. Irgendwie dachte ich bei dem Titel zuerst an Bratwürste – ich bin in Dialekten echt nicht gut! 😀 Das sieht aber so viel besser aus…mhhh! Das speicher ich mir direkt mal ab, damit könnte ich auch sicher meinem Verlobten eine Freude machen…

    Ganz liebe Grüße,
    Marie-Louise

    1. Hallo liebe Marie-Louise,

      Naja, mit Thüringen verbinden die meisten auch zuerst die Bratwürste. 😉 Kein Grund also, sich sorgen zu machen. Aber es freut mich sehr, dass Dir das Rezept so gut gefällt.

      Liebe Grüße
      Kathleen

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